Michael Totschnig: Wien und der Tod
Leberstraße 6-8
1030 Wien
Öffnungszeiten: täglich 7 - 19 Uhr (Juni - Aug.), 7 - 18 Uhr (Mai, Sep.), 7 - 17 Uhr (Apr., Okt.), 8 Uhr - Einbruch der Dunkelheit (Nov. - März)
Informationen: 513 21 07 (MA 42 - Stadtgartenamt), 4000 - 84794 (MA 7 - Kultur)
Der Friedhof St.Marx ist von den im Zuge der josefinischen Reformen angelegten Friedhöfen der einzige noch erhaltene. Er wurde von 1784 bis 1874 belegt. Seine Erhaltung verdankt er dem Heimatforscher Hans Pemmer, der sich gegen seine Umwandlung in eine Parkanlage einsetzte. Die Gräber sind teilweise überwuchert, teilweise zerfallen, doch meist noch in so gutem Zustand, daß sie ein beredtes Bild von der Kultur des Biedermeier geben, durch die Grabsteine, die von Multikulturalität, von Berufs- und Standesehre, von Gefühlsdarstellung und Selbstrepräsentation berichten. Die Skulpturen stellen vielfach sehr stimmungsvolle Symbolik des Todes dar.
Heute betreut das Stadtgartenamt den Friedhof. Er ist ein einladender Ort für meditative Spaziergänge, vorausgesetzt man ignoriert den Lärm der angrenzenden Autobahn. Im Frühjahr bezaubert der Duft der Fliederblüten und auch die hier beheimateten Pfauen tragen zum einzigartigen Reiz dieses Ortes bei.
Der berühmteste unter den hier begrabenen Toten ist Wolfgang Amadeus Mozart. Da er jedoch gemäß den für das ärmere Bürgertum geltenden Bestimmungen in einem anonymen Schachtgrab beigesetzt wurde, war die genaue Stelle später unauffindbar. 1859 wurde ein Denkmal an jener Stelle errichtet , die nach amtlichen Nachforschungen als wahrscheinlicher Ort des Grabes angenommen wurde. Dieses wurde später auf den Zentralfriedhof überstellt. Ein Friedhofswärter hat später an der verwaisten Stelle aus verschiedenen Teilen ausgedienten Grabschmuckes ein neues Denkmal gestaltet.
| Dernière modification/ Last revision/ Letzte Änderung: 09.10.2000 | mailto: |
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