Michael Totschnig: Wien und der Tod
Seegasse 9-11
1190 Wien
Öffnungszeiten: täglich 7 - 19 Uhr
Nach den im Zuge der Pestepidemien auftretenden Pogromen entstand erst gegen Ende des 16. Jahrhunderts wieder eine größere Judengemeinde in Wien. Aus dieser Zeit stammt der Friedhof in der Seegasse, der sich heute im Innenhof des Pensionistenheimes Haus Rossau befindet. Als es 1670 erneut zur Vertreibung der Juden aus Wien kam, hinterlegte der Kaufmann Koppel Fränkel 4000 Gulden, wofür sich die Stadt verpflichtete, den Friedhof zu erhalten. Nach dem jüdischen Glauben ist das Grab unverletzlich und darf nicht wiederbelegt werden und Friedhöfe sind Orte, die ewig zu respektieren sind.
1943 sollte er geschleift und die Fläche verbaut werden. Dank einiger in Wien verbliebener Juden konnte ein Teil der Grabsteine auf dem Zentralfriedhof begraben werden, von wo sie 1981 wieder zurückgeführt wurden.
Der Friedhof wirkt heute wie ein Museum mit seinen unregelmäßig angebrachten Grabsteinen, deren Inschriften ausschließlich hebräisch sind, und dem gepflegten Rasen. Er ist einer der ältesten erhaltenen dem Totengedenken gewidmeten Orte Wiens. Inmitten des verbauten Stadtgebietes stellt er eine Oase der Ruhe und der Vergangenheit dar.
| Dernière modification/ Last revision/ Letzte Änderung: 09.10.2000 | mailto: |
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