Michael Totschnig: Wien und der Tod

Zentralfriedhof

Simmeringer Hauptstraße 234, 2.Tor
1110 Wien
Tel.: 760 41-0
Öffnungszeiten: täglich 7 - 19 Uhr (Mai - Aug.), 7 - 18 Uhr (März - Apr. und Sep. - Okt.), 8 - 17 Uhr (Nov. - Feb.), Einlaß bis eine halbe Stunde vor dem Schließen der Tore

Der Eröffnung des Wiener Zentralfriedhofes im Jahre 1874 gingen bewegte Kontroversen voraus, da er der erste wirklich interkonfessionelle Friedhof war, und es war umstritten, ob es dennoch klare Abgrenzungen zwischen den Konfessionen geben und ob eine Einweihung durchgeführt werden sollte. Nachdem ein Kompromiß gefunden wurde, blieb der Zentralfriedhof noch einige Zeit im Mittelpunkt von Diskussionen: Die Fertigstellung der Bauwerke ging nur schleppend voran, den deutschen Architekten Mylius und Bluntschi wurde Vernachlässigung der Bauaufsicht vorgeworfen, die Anreise der Trauernden erwies sich vor allem im Winter als beschwerlich, da es noch keine Bahnverbindung gab.
1898 wurde Max Hegle mit der Gestaltung der Kirche und der Leichenhallen beauftragt. Die 1911 eingeweihte Kirche wurde zu Ehren des in ihr beigesetzten Bürgermeisters Lueger Dr.-Karl-Lueger-Gedächtniskirche genannt und gilt als eines der wichtigsten Jugendstilgebäude Wiens. Sie bildet in der geometrischen Anordnung der Alleen das Zentrum.
Der Zentralfriedhof ist nicht nur ein beleibtes Ausflugsziel, sondern er gibt auch ein vielseitiges Bild von den sozialen kulturellen und historischen Bezugspunkten unserer Gesellschaft: durch die rund um die Kirche angebrachten Ehrengräber von anerkannten Persönlichkeiten und durch die Denkmäler und Gemeinschaftsgräber, die an die Opfer historischer Ereignisse erinnern, von der Revolution 1848 bis zu den Welt- und Bürgerkriegen unseres Jahrhunderts.



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